Essstörungen

Magersucht-Bulimie

Im Verlauf einer Anorexie (Anorexia nervosa) kommt es fast immer, bei der Bulimie (Bulimia nervosa) seltener zu einem Ausbleiben der Regelblutung und damit auch zu einem vorübergehenden Erliegen der Eierstockstätigkeit (Amenorrhoe).

Dies ist als Reaktion des Körpers auf die dauerhaft verminderte Nahrungsaufnahme zu verstehen. Biologisch gesehen ist diese Reaktion sinnvoll, da ein normaler Zyklus in erster Linie zur Bereitstellung einer Eizelle mit der Möglichkeit einer Schwangerschaft dient, ein zu niedriges Körpergewicht aber eine ungünstige Ausgangssituation dafür darstellt. Man kann davon ausgehen, dass sich bei einem BMI <19 kg/m2 zunehmend häufiger Zyklusstörungen einstellen. Eine Gewichtszunahme kann nach unterschiedlich langer Zeit (bis zu 1 Jahr, manchmal auch länger) zu einem Wiederauftreten der Eierstocksfunktion gefolgt von Periodenblutungen führen.  Ein medizinisches Problem bei den Essstörungen, insbesondere im Jugendalter, besteht in der deutlich erniedrigten Bildung von Geschlechtshormonen, und zwar den Östrogenen, Gestagenen und Androgenen. Der generelle Homonmangel kann zu einer verminderten Knochendichtemasse (”bone peak mass”), deren höchster Wert etwa um das 28.-30. Lebensjahr erreicht wird, führen. In der Folge kann es dann zu einer ausgeprägten Knochenschwäche (Osteoporose) kommen. Daher wird empfohlen, ergänzend ein Östrogen-Gestagen-Präparat einzunehmen. Bei Verhütungswunsch kann dies auch in Form der “Antibaby-Pille” sein, denn selbst wenn eine Amenorrhoe besteht, ist man nicht sicher, ob nicht doch gelegentlich einmal ein Eisprung (Ovulation) mit Empfängnis eintreten kann. Nahrungsergänzend sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Kalzium (1500 mg pro Tag) und Vitamin D3 (800 Einheiten pro Tag) geachtet werden. Sicher ist im Rahmen der Anorexia und Bulimia nervosa eine gynäkologisch-endokrinologische Beratung und Betreuung sinnvoll. Wenn Kinderwunsch besteht und die psychosomatische Seite sich stabilisiert hat, kann bei Weitervorliegen einer Zyklusstörung eine hormonunterstützende Therapie zur Erreichung des Eisprungs sinnvoll sein. Weiterhin sei an dieser Stelle erwähnt, dass es zwischen Normalgewicht und Untergewicht, Zyklusstörungen und Anorexie fließende Übergänge gibt. Folgende Frauen mit niedrigem Körpergewicht sind ebenfalls bezüglich der Verminderung der Knochendichte gefährdet, und zwar Mannequins, Balletttänzerinnen, Kunstturnerinnen, Langläuferinnen und Frauen, die sich vegan ernähren.   
 

Übergewicht: Adipositas

Wie auch bei den Störungen des männlichen Hormonhaushalts der Frau (siehe auch funktionelle Androgenisierung, sog. “PCOS”) erwähnt, ist das Übergewicht (Adipositas) häufig mit Hormonstörungen verbunden. Ursachen können familiäre Einflüsse, in selteneren Fällen auch Hormonstörungen (z. B. Schilddrüsenfunktionsstörungen, Krankheiten der Nebennierenrinde wie M. Cushing) für die Entwicklung eines Übergewichts sein.

Es ist jedoch sehr wichtig, auch auf den Ernährungs- und Lebensstil sowie auch auf entsprechende körperliche Betätigung zu achten. Ein deutliches Übergewicht, d. h. ein Body-Mass-Index (Körpergewicht in kg geteilt durch Körpergröße in m zum Quadrat, BMI) von über 25 kg/m2 kann zu einer Störung des zyklischen Geschehens im Eierstock und damit zu unregelmäßigen Blutungen und zu ungewollter Kinderlosigkeit, aber auch zur Erhöhung der männlichen Hormonspiegel führen (siehe auch “funktionelle Androgenisierung, sog. “PCOS”).
Häufig treten dann auch Störungen des Zucker- und/oder des Fettstoffwechsels auf, welche später zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten und/oder einem Typ-II-Diabetes mellitus („Alterszucker“) mit den entsprechenden Folgekrankheiten führen können. Daher ist es sehr wichtig, hier genaue Untersuchungen der entsprechenden Störungen durchzuführen. Auch ein erhöhter Blutdruck schon bei jungen Frauen kann durch Übergewicht bedingt sein. Die Verwandten von diesen Patientinnen haben oft auch Übergewicht und neigen zum Typ-II-Diabetes. Das Ziel ist, eine Gewichtsabnahme anzustreben (Diät, Bewegung, evtl. auch spezielle Medikamente). Studien konnten zeigen, dass bereits eine Gewichtsabnahme von 5 %  zu einer deutlichen Verbesserung des Stoffwechsels führt; hierdurch kann es auch zu einer Verbesserung der Eierstocksfunktion kommen.

 
Nähere Informationen bekommen Sie über die:

Essstörungsambulanz der Uniklinik Freiburg.
Telefonische Anmeldung: werktags von 8.00-12.00 Uhr Tel: +49 (0) 761-270-62410
www.uniklinik-freiburg.de
 

Zentrum für Adipositas und metabolische Chirurgie, Chirurg. Uniklinik Freiburg

Telefonische Anmeldung: Fr. Gangwisch, Tel. +49 (0)761-270-29420

www.adipositas-behandlung.de

Hormonbehandlungen

Hormonstörungen

Der Begriff “Endokrinologie” kommt aus dem Altgriechischen: “endo” heißt:

Pubertät

Während der Pubertät entwickeln sich die weiblichen Geschlechtsorgane weiter und reifen für ihre spätere Funktion heran.

Prolaktin (= Pro Laktation = für das Stillen)

Eine Erhöhung des Prolaktinspiegels ist normal (physiologisch) in Schwangerschaft und Stillzeit u
Die Menopause ist definiert als die letzte, durch den Eierstock gesteuerte Blutung.

Störungen der Erbanlagen

Die Erbanlagen liegen auf den sog.
Wie bereits bei den Störungen des männlichen Hormonhaushalts der Frau (siehe Menuleiste unter: “Androgenisierung, sog.

Funktionelle Androgenisierung (FA) der Frau

Der Name PCO bedeutet polyzystisches Ovar, d. h.

Klein-Minder-Hochwuchs

Wachstumsstörungen können vor, während und nach der Pube
Eine Knochendichteverminderung (Osteopenie, Osteoporose) kann bei Frauen mit Hormonmangel auftreten.

Wechseljahre - Klimakterium 

Der Begriff Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, bedeute

Verhütung

Im Rahmen der „natürlichen“ Familienplanung" kommt es darauf an, den Zyklus g